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ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:
forum Nachhaltig Wirtschaften Büro Süd, D-81371 München
Rubrik:
Büro & Unternehmen
Datum:
21.06.2010
Dialog und Paradigmenwechsel - SusCon 2010 auf dem Weg zum Leitevent für nachhaltiges Wirtschaften
Djoghlaf (CBD) bescheinigt Bestnote - Business & Biodiversity Community schätzt die persönliche Art der Begegnung
Nachdem die erste SusCon im vergangenen Jahr noch im Vorfeld der BioFach gestartet war, hatten die Initiatoren Bernward Geier, Udo Censkowsky und Fritz Lietsch die Konferenz dieses Jahr auf eigene Füße gestellt. Die Bestnote vergab Dr. Ahmed Djoghlaf, Executive Secretary Convention on Biological Diversity (CBD), höchstpersönlich. Der oberste Biodiversitäts-Experte der CBD spielte auf den Wirtschaftsgipfel im schweizerischen Davos an und erklärte, dass die SusCon mit ihrem innovativen Konzept das Potenzial habe, ein 'neues Davos' zu werden. "Wir brauchen einen Weckruf und Dialog auf allen Ebenen."
Ein größeres Kompliment habe man ihnen kaum machen können, so die Initiatoren. Das aktuelle Feedback seitens der Wirtschaft habe gezeigt, dass die Richtung stimmt. "Selbstverständlich gibt es auch Verbesserungsbedarf", resümiert Organisator Udo Censkowsky von Organic Services. "Wir freuen uns, dass mittelständische Unternehmen wie Delinat, Weleda, Bionorica, Primavera, Lavera, Neumarkter Lammsbräu, Symbioprint und auch Konzerne wie Volkswagen, Danone, Hypovereinsbank-Unicredit Group, Rewe, Unilever, Puma, Kraft Foods, PricewaterhouseCoopers oder die Telekom unser Angebot genutzt haben und sind jederzeit offen für weitere Anregungen."
Am 28./29. Juni 2011 soll es für die SusCon in die dritte Runde gehen. "Ziel bis dahin soll sein, die Zahl der beteiligten Unternehmen weiter zu erhöhen (2010: 34% ohne Consultants/Dienstleister), eine größere Branchenbreite von Unternehmen für die SusCon zu begeistern sowie auch die regionalen Unternehmen intensiver mit einzubinden", erklärte Fritz Lietsch als zweiter Organisator im Bunde. Noch vor der Sommerpause wird das zentrale Thema der SusCon 2011 festgelegt.
Biodiversität ist das, was Klimawandel vor fünf Jahren war
Auf Unternehmensseite habe es eine erhebliche Anzahl von Interessenten unter den Teilnehmern wie auch potenziellen Sponsoren gegeben, die zunächst abwarten wollten, inwiefern sich das Thema entwickelt und ob es tatsächlich Einzug in die Unternehmen halte, fügt das Organisatoren-Trio an. "Beides wird passieren", prognostiziert Rik Kutsch Lojenga, Executive Director Union for Ethical Biotrade.
Laut einer gemeinsamen Umfrage mit dem Marktforschungsinstitut IPSOS, die er auf der SusCon 2010 vorstellte, habe das weltweite Bewusstsein für Biodiversität auf Konsumenten- wie auf Unternehmensseite insbesondere in Deutschland in den letzten zwölf Monaten zugenommen. Bis auf Brasilien als
'Biodiversitäts-Champion' werde das Thema allerdings auf der Unternehmensseite weltweit so eingeschätzt wie der Klimawandel vor fünf Jahren. "Managern, die entsprechend gewappnet sein wollen, sei geraten, sich mit dem Thema dringend auseinanderzusetzen", empfahl Lojenga.
Dem stimmte Edgar Endrukaitis, Koordinator der Business and Biodiversity Initiative 'Biodiversity in Good Company' voll zu. "Mit dem neuen 'Corporate Biodiversity Management-Handbuch', das in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Schaltegger vom Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität in Lüneburg entwickelt wurde, wollen wir Unternehmen Vorschläge an die Hand geben, das Thema Biodiversität in Unternehmensprozesse zu integrieren," erklärte der Experte der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der die Initiative für das Bundesumweltministerium koordiniert. Auf konkrete Unterstützung der Unternehmen kommt es auch der neuen EU Business and Biodiversity Campaign an, die ab Herbst 2010 mit Biodiversitäts-Checks und branchenspezifischen Workshops auf die Unternehmen zugehen wird.
Standing Ovation für UN-Friedensbotschafterin und Aktivistin Jane Goodall
Begeisterung löste Jane Goodall mit ihrer Eröffnungsansprache am zweiten Tag der Konferenz aus. Dabei beschrieb sie das Vorgehen internationaler Konzerne, die sich an den Ressourcen der Erde bereicherten und wertvolle Lebensbereiche von Menschen, Tieren und Pflanzen zerstörten. Gleichzeitig prangerte die 76-jährige die weltweit dekadenten Verhaltensweisen und Konsummuster an, die Unternehmen in ihrem Tun noch weiter antrieben. Sie selbst könne bis heute nicht verstehen, wie die intellektuellste Spezies der Welt es schaffe, ihre eigenen Lebensgrundlagen auf diesem Planeten zu zerstören. Massenkonsum und Armut seien für sie zwei Seiten einer Medaille und verwies damit auf die zunehmende Zahl von Umweltflüchtlingen. "Afrika ist ein tragischer Kontinent, der unter einer Form von Neokolonialismus leidet", so die Umweltaktivistin. Hoffnung sehe sie vor allem in den Kindern. Mit ihrem weltweiten Projekt "Roots & Shoots" will sie deshalb dazu beitragen, insbesondere der heranwachsenden Generation kritisches Denken und die wahren Werte des Lebens zu vermitteln.
Fehlende Nachhaltigkeitsstrategien, Greenwashing und Wertedebatte
Die durchaus kritische Diskussion über vielfach fehlende Nachhaltigkeitsstrategien und Greenwashing zog sich angesichts der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko wie ein roter Faden durch die Konferenz. Um das Thema "Werte" und den Aspekt "Mensch im Einklang mit der Natur" zu verdeutlichen, haben sich die Organisatoren bewusst für einen Kontrapunkt zur überwiegend intellektuellen Debatte entschieden. "Mit der Einbindung
künstlerischer Darbietungen der Malerin und Installationskünstlerin Dao Droste in Zusammenarbeit mit Aromatao, des Glasmusikers Sascha Reckert und den Fotoarbeiten von Wild Wonders of Europe wollen wir verdeutlichen, dass der Weg zur Veränderung über die "Rückbesinnung" geschieht, über das Andocken an die Natur und damit auch an uns selbst", erläutert SusCon-Organisator Bernward Geier. "Insbesondere Drostes großformatige Bilder "Open Mindedness" stehen für die Haltung, die es bei der Debatte um nachhaltiges Wirtschaften braucht", bringt Udo Censkowsky auf den Punkt. Es werde nur dann Lösungen für einen Planeten mit sieben Milliarden Menschen geben, wenn wir die Schätze der Natur wieder respektieren lernen, in Demut und Dankbarkeit annehmen und miteinander in einen wertschätzenden Dialog gehen. Darüber sind sich die drei Organisatoren einig.
SusCon 2010
Die "International Conference on Sustainable Business and Consumption" fand in diesem Jahr zum zweiten Mal auf dem Nürnberger Messegelände statt. Vom 15. bis 16. Juni tauschten sich Unternehmen, NGOs und Politiker vor allem zu Fragen der Biodiversität aus. Im Zentrum standen u.a. neue Business-Modelle wie Social Business, Zertifizierungen sowie konkrete Aktivitäten zum Erhalt der Biodiversität. Zu den Unterstützern gehörten u.a. IUCN, FAO, IFOAM, Rainforest Alliance, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), cscp, Deutsche Umwelthilfe, Soil & More sowie die "Business and Biodiversity Initiative". Sponsoren waren u.a. die REWE Group, Unilever, Primavera, Neumarkter Lammsbräu sowie DEG / KfW Bankengruppe. An der Erstveranstaltung 2009 nahmen im Vorfeld der internationalen BioFach, The World Organic Trade Fair rund 200 Teilnehmer aus Wirtschaft und NGOs teil.
Weitere Information unter
www.suscon.net
.
Pressekontakt:
Carla Kleinjohann, Agentur für Kommunikation & nachhaltige Entwicklung
T: , Mobil +49 (0) 171- 731 25 93, ck@carla-kleinjohann.com
Weitere Information
Udo Censkowsky, Organic Services: u.censkowsky@organic-services.com
Bernward Geier, COLABORA: b.geier@colabora-together.de
Fritz Lietsch, ECO-World, f.lietsch@eco-world.de
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