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Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 31.10.2009
Protestaktion: Henkel findet Palmöl gut - wir nicht!
An der Protestaktion haben sich seit dem 30.10.09 8918 Menschen beteiligt
Der Regenwald muss Platz machen für Palmöl-Plantagen.
Henkel ist einer der größten Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetika. Zu den Marken des Düsseldorfer Konzerns zählen Persil, Spee, Dixan, Schwarzkopf, Schauma, Fa und Pritt. Schon seit langem setzt Henkel bei seinen Produkten Palmöl und Palmkernöl ein. Beides wird aus der Ölpalme gewonnen. Henkel verbraucht pro Jahr circa 400.000 Tonnen Palmöl.

Bei der neuen Marke "Terra Activ" ist der Anteil der nachwachsenden Rohstoffe - und damit auch des Palmkernöls - besonders hoch. Er liegt bei 85 Prozent. Die Palmöl-Produktion hat fatale Folgen für den Regenwald. Vor allem in Malaysia und Indonesien werden riesige Waldflächen gerodet, um Platz für Monokulturen mit Ölpalmen zu schaffen. Diese dehnen sich weltweit bereits auf 12 Millionen Hektar aus, das entspricht der Fläche Süddeutschlands. Henkel beansprucht davon etwa 100.000 Hektar.

Für Palmöl verlieren die Menschen im Regenwald ihre Heimat und Ernährungsgrundlagen. Der Lebensraum bedrohter Tiere und Pflanzen wird vernichtet. Die Orang-Utan-Menschenaffen werden abgeschlachtet oder landen in Käfigen auf Hinterhöfen. Pestizide verseuchen Böden, Flüsse und das Grundwasser. Nicht zuletzt sind die Folgen für den Klimawandel katastrophal, wenn der Regenwald als globaler CO2-Speicher in Rauch aufgeht.

Henkel ist sich der Palmöl-Problematik sehr wohl bewusst. Die Marketingstrategen des Konzerns versuchen den Kunden deshalb weiszumachen, es gäbe "böses" und "gutes" Palmöl. Henkel würde auf "gutes" Palmkernöl setzen und dieses zunehmend verwenden. "Gut" bedeute, dass es von Plantagen stamme, die das Siegel des "Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl" (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) trügen. Seit 2008 ist Henkel Mitglied des RSPO. Faktisch ist der Runde Tisch eine Industrieveranstaltung. Von den aktuell 303 Mitgliedern sind 282 Wirtschaftsunternehmen. Gerade einmal 21 Umwelt- und Sozialorganisationen sitzen mit am Tisch und fungieren eher als Feigenblatt.

Der RSPO besitzt weder Legitimität, noch sind die aufgestellten Minimalkriterien tauglich, die Probleme auch nur annähernd einzudämmen. Regenwaldrodung ist unter den Vorgaben des Runden Tisches nicht verboten, entsprechend roden die Palmöl-Produzenten kräftig weiter. Bei Henkels Lieferanten United Plantations, der ersten RSPO-zertifizierten Palmöl-Firma weltweit, konnte Greenpeace illegale Regenwaldrodungen, Landkonflikte, Verhaftungen von Kleinbauern und Torfmoortrockenlegungen nachweisen (hier der ausführliche Bericht). Biofuel Watch bezichtigt die RSPO-Unternehmen auch des Einsatzes verbotener Herbizide wie Paraquat.

Physisch stammt das Palmöl sowieso nicht von den RSPO-Plantagen. Henkel kauft lediglich sogenannte Palmkernöl-Zertifikate. Der Konzern setzt darauf, dass sich die Verbraucher durch solchen Etikettenschwindel blenden lassen. Sie sollen nicht daran denken, dass Palmöl den Regenwald vernichtet, den Menschen die Heimat raubt und das Weltklima schädigt. "Mich hat es voll überzeugt" - Schauspielerin Esther Schweins wird für diesen Werbesatz von Henkel bezahlt. Ob sie immer noch wie auf der Werbeseite der Reinigungsmittel strahlen würde, wenn sie von den verheerenden Folgen der Palmöl-Produktion wüsste? Ist doch Palmkernöl auch durch andere Pflanzenöle wie Raps-, Sonnenblumen- und Olivenöl ersetzbar.

Bitte fordern Sie Henkel auf, den Einsatz von Palmkernöl sofort einzustellen. Gleichzeitig bitten wir Esther Schweins von ihrem Werbe-Engagement zurückzutreten.

Direkt zur Online-Petition



Einen Bericht über die Wirkungslosigkeit des Runden Tisches finden Sie auch im Regenwald Report.

Schicken Sie Ihre Unterschrift an die Henkel AG, Kasper Rorsted, Vorsitzender des Vorstands Henkel AG sowie Nils Hemmerle, Produktmanager Terra Activ, und an Heike-Melba Fendel, Agentin von Esther Schweins.


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