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Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 01.09.2009
Amtsrichter geht erneut nicht auf möglichen rechtfertigenden Notstand ein
Arbeitgeber des Feldbefreiers macht sich für seinen Angestellten stark
Am Montag, den 31. August begann der dritte Prozess gegen Feldbefreier, die im vergangenen Jahr im Landkreis Kitzingen Genmaispflanzen unschädlich gemacht hatten.

Der Kölner Gentechnikgegner Lars Lange erläuterte seine Motive, an der Feldbefreiung teilzunehmen. Es sei ihm zu keiner Zeit darum gegangen, den Bauern zu schädigen. Er bot dem anwesenden Genmais-Anbauer deshalb auch im Gerichtssaal an, als Ausgleich für den zerstörten Mais bei ihm auf dem Hof den Schaden abzuarbeiten, was dieser aber brüsk ablehnte.
Lange: "Mittels Gentechnik versuchen die Konzerne, Bauern in ihre Abhängigkeit zu bringen. Um für sich hohe Gewinne zu sichern, manipulieren sie Pflanzen mit Folgen, die noch lange nicht absehbar sind. Dabei sind Pflanzen für mich keine Sachen, sondern Mitlebewesen. Um sie und unsere Nahrung in der Zukunft zu schützen, bin ich Feldbefreier geworden und nehme auch diesen Prozess in Kauf."

Mitgebracht hatte er ein mehrseitiges Schreiben seines Arbeitgebers, der Naturstrom-AG. Darin erklärt sich der Betrieb solidarisch mit dem Angeklagten. Dr. Banning, der Vorstandsvorsitzende der Naturstrom-AG, folgert nach dem Hinweis auf das inzwischen erfolgte Genmaisverbot: "Würde ein Landwirt im Landkreis Kitzingen in 2009 die gleiche Maissorte anbauen, wie diese in 2008 auf den von der Aktion betroffenen Feldern war, müsste dieses Mal die Staatsgewalt dafür sorgen, dass die Pflanzen rückstandslos vom Acker entsorgt werden. Lars Lange und seine Mitstreiter haben also nur vorweggenommen, was heute gesetzlich verankert ist. Wir meinen, dafür darf er nicht bestraft werden." Amtsrichter Betz folgte allerdings weder diesem Appell noch der Bitte Langes um einen Freispruch. Er verurteilte den Feldbefreier zu 30 Tagessätzen zu jeweils 60 Euro.

Schon zu Beginn der Verhandlung hatten zwei weitere Angeklagte um Akteneinsicht gebeten, da sie sich selbst verteidigen wollten. Der Richter beschloss, die Verhandlung der Beiden auf den kommenden Mittwoch, den 2. August zu vertagen und ihnen eine halbe Stunde vor dem Prozess Akteneinsicht zu gewähren.

Während der Prozesse in Kitzingen befindet sich der Feldbefreier und Berufsimker Michael Grolm nach wie vor im Gefängnis im thüringischen Suhl. Dort sitzt er seit letztem Donnerstag in Erzwingungshaft. Am Wochenende fanden vor dem Gefängnis Solidaritäts- und Informations-veranstaltungen statt. Obwohl die Dauer der Haft noch völlig offen ist, ist ein Begrüßungskomitee ständig bereit, ihn mit bunten Transparenten und Musik abzuholen.


Für Rückfragen:
Lars Lange, 0177 - 269 63 57
Jutta Sundermann, 0175 - 86 66 76 9

hier geht es zu dem Unterstützungsbrief der Naturstrom AG für den
Feldbefreier:
www.naturstrom.de/unternehmen/presse/pressemeldung-28082009-kopie-1.html

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