Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung









  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

Stichwort    Art 
 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Umweltstiftung WWF - Deutschland, D-60591 Frankfurt
Rubrik:Naturschutz    Datum: 26.04.2000
Die Wuemme - ein Modell fuer mehr Natur an Europas Fluessen
WWF-Studie zeigt Erfolge und Konflikte bei Flussrenaturierung
An praktisch allen Fluessen in Europa hat der Mensch zerstoerend eingegriffen. Um sie wenigstens teilweise wieder zu funktionsfaehigen natuerlichen Lebensraeumen zu entwickeln, engagiert sich die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) zur Zeit in 71 Renaturierungs-Projekten in Europa.

Eine vergangene Woche in Bremen vorgestellte Studie fasst die Erfahrungen aus zehn dieser Projekte zusammen, darunter die Wuemmewiesen bei Bremen, Gebiete am Rhein, aber auch im rumaenischen Donaudelta. So findet man an der Wuemme wieder vermehrt Tiere wie den seltenen Otter; Konflikte mit Nutzergruppen wie Sportfischern konnten entschaerft werden.

Fuer Christoph Zoeckler, der im Auftrag des WWF International die Studie erstellte, zeigte sich, dass Renaturierungen erst dann sinnvoll sind, wenn sie mehr als nur einzelne Flussabschnitte umfassen. "Tiere wie der Biber und der Otter brauchen grossraeumige, verzweigte Gewaesserlaeufe, um wieder heimisch zu werden", erlaeuterte der Biologe Zoeckler. Auch wandernde Fische wie der Lachs seien darauf angewiesen, dass ein Gewaesser durchgaengig und nicht durch unueberwindliche Hindernisse wie Wehre und Staustufen versperrt sei. "Diese Probleme loest man nur, indem man dem Fluss mehr Raum laesst, um sich auszubreiten", resuemierte Zoeckler.

Dies gelang dem WWF im rumaenischen Donaudelta, wo seit den 60er Jahren fast 40.000 Hektar trockengelegt worden waren. Der WWF und seine Projektpartner oeffneten seit 1990 an einigen Stellen die Deiche und schlossen die Gebiete wieder an das natuerliche Ueberflutungsgeschehen an. Heute tummeln sich ueber zwanzig Fischarten an Stellen, an denen es vor der Renaturierung nur noch eine Fischart gab.

Gerade im dichtbesiedelten Mitteleuropa ist es jedoch nicht ueberall moeglich, den Fluss und seine Auen sich selbst zu ueberlassen. Verhindert werden muesse aber, dass immer wieder wertvolle Feuchtgebiete verloren gehen: Eine weitere Bebauung an Fluessen oder intensive Formen der Nutzung lehnt der WWF ab. Jeder ueberbaute Hektar in der Flussaue verschaerfe zudem die Hochwassergefahr.

Der WWF forderte auch, Geld bewusster einzusetzen: "Oft finden parallel Schaedigungen und Wiedergutmachungen am gleichen Fluss statt - dies ist reine Geldverschwendung", betonte Zoeckler. Denn: "Die schaedlichen Eingriffe von heute sind die Renaturierungskosten von morgen!" Dass eine Flussrenaturierung sogar wirtschaftliche Vorteile bringt, zeigt ein Beispiel im Donaudelta. Seit die Fische in den ehemaligen Polder Babina zurueckgekehrt sind, koennen sich 15 Fischer wieder - ganz wie frueher - vom Fischfang ernaehren. In Deutschland zieht unter anderem der Tourismus Nutzen aus naturnahen Flusslandschaften.

Die Wuemme bei Bremen schaetzen nicht nur Ausfluegler, sondern auch Sportfischer und Kanuten nutzen den Fluss. "Als Anfang der 80er Jahre bekannt wurde, dass die Borgfelder Wuemmewiesen unter Naturschutz gestellt werden sollen, gab es zunaechst viel Widerstand von Nutzern wie den Anglern", erinnert sich Gunnar Oertel, Leiter des WWF-Projektbueros Wuemmewiesen. Er ist stolz darauf, dass die Sportfischer heute eng mit dem Naturschutz zusammenarbeiten. "Als eine Folge der Renaturierung nahm der Fischreichtum in der Wuemme wieder zu. Die Angler erkannten, dass dies auch in ihrem Interesse liegt." Das habe sie darueber hinweggetroestet, dass das Angeln heute an weniger Stellen moeglich ist. Als Schluessel zum Erfolg sieht Oertel den Ankauf von mehr als 300 Hektar landwirtschaftlichen Flaechen in den Borgfelder Wuemmewiesen. Man koenne keinem Landwirt zumuten, dass die Weiden, wo bisher Kuehe grasten, kuenftig haeufig ueberschwemmt sind. "Wenn der Naturschutz jedoch selbst Eigentuemer ist, lassen sich viele Konflikte vermeiden", sagte er.

Verblueffend schnell hat sich an der Wuemme nun wieder eine naturnahe Pflanzenwelt eingestellt. Der Fischotter hat sich ausgebreitet und die Gruene Keiljungfer, eine gefaehrdete Libellenart, ist heimisch geworden. Zur Finanzierung der Flaechen beigetragen haben neben dem Bundesumweltministerium und dem Land Bremen seit 1990 auch der WWF-Foerderkreis Wuemmewiesen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei: Gunnar Oertel, WWF-Projektbuero Wuemmewiesen, Tel.: 0 421/71006, Fax: 79
49 393
Anja Rech, Pressereferentin im WWF-Auen-Institut, Tel.: 0 171 / 589 72 26
E-Mail: rech@wwf.de
Weitere Informationen unter www.wwf.de


Diskussion

Um in diesem Forum diskutieren zu können, benötigen Sie eine Zugangsberechtigung...   zur Anmeldung
BesitzerInnen einer gültigen ECO-Card oder Member-Card können gleich losdiskutieren.
User-ID:
Password:



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

19.08.2025
Sauber sog i - jetzt wird um den Titel gekämpft! Schafft "Müllbertshofen" es, den Pokal der Münchner Müllmeisterschaft - vom 13. bis 15. September 2025 - zu verteidigen?


Einstellung des ECO-Newsletters Am 19. August wird der letzte ECO-Newsletter an die AbonnentInnen verschickt


18.08.2025
Kaum Platz für Busse: Abfrage der Deutschen Umwelthilfe offenbart dringenden Nachholbedarf bei Busspuren in Großstädten

Moor-PV: Chance für Klimaschutz, Energiewende und Landwirtschaft Orientierungshilfe für landwirtschaftliche Betriebe veröffentlicht


17.08.2025
Reichling gegen neue Erdgas-Förderung BUND Naturschutz organisiert große Kundgebung direkt am Bohrplatz.


15.08.2025
Deutsche Umwelthilfe zum UN-Abkommen gegen Plastikmüll: "Rückschlag im Kampf gegen wachsende Müllberge"

Plastikkrise ungelöst: UN-Verhandlungen scheitern an Blockadehaltung einzelner Staaten UN-Mitgliedstaaten können sich auf keinen Vertragstext gegen Plastikverschmutzung einigen


Bundesregierung muss zu Klima-Verfassungsbeschwerden Stellung nehmen Klagen für ausreichenden Klimaschutz nehmen wichtige Hürde


Wasserampel als hilfreiche Orientierung bei der Wassernutzung Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden veröffentlicht das Hessische Landwirtschafts- und Umweltministerium den Leitfaden Wasserampel

ÖDP kritisiert Reiches Energie-Pläne Naturschutzpartei: Nicht den gleichen Fehler von Peter Altmaier wiederholen, das kostet Arbeitsplätze und den Verlust von Spitztechnologie.


14.08.2025
Kostenpunkt PV-Anlage Für wen rechnet sich die Investition wirklich?

Welt-Pferdetag am 20. August Tierschutzbund fordert verbesserten Schutz von Pferden


Hitzewelle gefährdet Leben Initiative "Grün in die Stadt" fordert: mehr Stadtgrün und die Umsetzung der 3-30-300-Regel


Messstationen melden deutschlandweit extrem hohe Ozonbelastung Deutsche Umwelthilfe fordert Maßnahmen gegen Vorläuferstoffe aus Verkehr und industrieller Tierhaltung

Kenvue fördert Produkttransparenz: Adaption des EcoBeautyScore durch Neutrogena® in Deutschland Mit der Einführung des neuen Ratings will Kenvue Menschen dabei unterstützen, nachhaltigere Gewohnheiten anzunehmen


Kein Skandal scheint groß genug: Es geht immer noch dreister ÖDP kritisiert Rheinwasser-Umleitung in NRW-Braunkohlegruben: Gesundheitsgefahr durch PFAS.


13.08.2025
100-Tage-Bilanz der Merz-Regierung Transparency Deutschland fordert Kurskorrektur

Hoyerswerda: Energiestruktur im Wandel Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet die Stadt Hoyerswerda als Energie-Kommune des Monats August 2025 aus.


ÖDP kritisiert "Rolle rückwärts beim Umweltschutz" Bio-Bauer Billmann warnt: "Entbürokratisierung, aber nicht so!"


Flexible Energie fürs Haus: SunLit Solar macht erstmals E-Autos zur Stromquelle für steckerfertige Speichersysteme Neue Vehicle-to-Load-to-Home-Funktion des SunLit EV3600 ermöglicht AC-seitige Beladung von Balkonkraftwerkspeichern über Elektrofahrzeuge