Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
GREEN BRANDS European Business & Biodiversity Campaign  








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Essen & Trinken alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 15.06.2009
Arme Bauern retten Kartoffel der Welt
Klimaänderungen setzen Kulturpflanzen stark zu
Tunis (pte/15.06.2009/13:35) - Die Quechua-Indianer von Peru verfügen über die weltgrößte Sammlung von Kartoffelsorten und könnten damit die Kartoffelbestände der ganzen Welt retten. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht in der Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins New Scientist. Die indigene Bevölkerung des südamerikanischen Staates leistet im nun gegründeten globalen Fonds im Rahmen des internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft www.planttreaty.org zur Erhaltung der Kulturpflanzen einen wesentlichen Beitrag. Danach sollen die armen Bauern zu den Wächtern der traditionellen und weltweit gefährdeten Kulturpflanzen werden. Dafür erhalten sie aus dem Fonds finanzielle Mittel.


Seit Jahrhunderten pflegen die Quechuas ihre Kartoffelvarietäten, die an die Temperaturen in verschiedenen Höhenlagen und Klimate angepasst sind. Wenn der Kartoffelanbau in verschiedenen Regionen der Erde versagen sollte, gibt es in Peru die Möglichkeit, eine oder mehrere dieser Kartoffelsorten zu holen und sie weiterzuzüchten. Diese Rückversicherung ist das Ziel des Fonds. Ein weiteres Ziel ist es, die bisher vernachlässigten oder nur selten verwendeten Nahrungspflanzen für die Nachwelt zu erhalten.

Das internationale Vertragswerk, das bereits 2001 beschlossen wurde, aber erst zwei Jahre später in Kraft trat, war immer wieder Anlass zu Streitigkeiten unter den 120 Vertragspartnerstaaten. Uneinig war man sich in erster Linie darüber, wer wieviel in den Fonds einzahlen sollte. Anfang Juni haben sich die reichen Staaten bei einer Konferenz in Tunis darüber geeinigt, den 116 Mio.-Dollar Benefit-Sharing-Fund, der unter anderem auch das Kartoffelprojekt in Peru unterstützt, in einem Fünf-Jahres-Plan zu finanzieren. Konkret werden jene Projekte gefördert, die Bauern dazu animieren, traditionelle Sorten anzupflanzen anstatt auf profitablere kommerzielle umzusteigen.

"Die Idee ist, möglichst viele Variationen für die Sicherstellung der Ernährung zu haben wie nur irgendwie möglich", meint Bernt Visser vom niederländischen Zentrum für genetische Ressourcen in Wageningen www.cgn.wur.nl. Der Schwerpunkt liege auf kleinen bäuerlichen Betrieben. "In Peru geht es darum, früh genug auf den Klimawandel mit höheren Temperaturen und Veränderungen der Niederschläge zu reagieren." Ein Teil des Vertrages habe auch die Schaffung der mittlerweile größten Pflanzengenbank in Spitzbergen geführt, in der rund 1,1 Mio. Proben lagern. "Der neue Fonds will nun auch jenen Pflanzensorten Rechnung tragen, die nur durch jährliches Anbauen erhalten werden können." Norwegen, Spanien, Italien und die Schweiz haben bereits je 500.000 Dollar an den Fonds bezahlt, mit denen elf Projekte gefördert werden.

"Genbanken sind immer nur eine Notlösung, keine Perspektive", meint Peter Zipser, Obmann der Arche Noah www.arche-noah.at, der Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihrer Entwicklung, im pressetext-Interview. Die Arche Noah hat mit mehr als 6.500 Spezies die größte Gemüsesammlung Europas. "Prinzipiell ist es natürlich etwas Gutes, gefährdete Arten zu sichern", so Zipser. Allerdings sei dies nur die zweitbeste Lösung. "Pflanzen müssen in die Natur, denn nur dort behalten sie den Bezug zum Menschen und zur Umwelt." Das sei sowohl bei Nutzpflanzen als auch bei anderen Gewächsen notwendig. Ein anderes Problem der großen Genbanken sei ihre eigene Sicherheit: Aufgrund des Zusammenbruchs der Sowjetunion ist die größte Sammlung an Pflanzen zu einer Rumpfsammlung verkommen. "Die finanziellen Aufwendungen einer Genbank sind hoch und daher spielt die Finanzierung eine große Rolle." Zipser steht auch Private-Public-Ownership-Modellen von Genbanken skeptisch gegenüber. "Denn hier sind der Biopiraterie großer Saatguthersteller Tür und Tor geöffnet." (Ende)


Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-307

Diskussion

  Login


Anzeige
www.ECO-World.de

 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

27.05.2016
Maschinendatenerfassung für effizientere Produktionsprozesse Mit einer effizienten IT-Verwaltung lassen sich Produktionsprozesse in den meisten Fällen um ein vielfaches effizienter gestalten.


Lärm: Ein Umweltproblem mit Gesundheitsgefahren Es gibt viele Möglichkeiten, Lärm zu vermeiden oder ihn zumindest zu reduzieren.


26.05.2016
Sonnenschutz für Haut und Augen Die VERBRAUCHER INITIATIVE gibt Tipps zum Sonnenschutz


OVG Münster sieht keinen Rechtsverstoß beim Kükenschreddern ÖDP: Tierschutz muss vor Profitinteressen stehen!


Nachhaltig reisen VERBRAUCHER INITIATIVE informiert über Urlaubslabels


24.05.2016
Afrika und Europa: Gemeinsam an Lösungen arbeiten! Europäische Milcherzeuger reisen nach Burkina Faso, um mit ihren dortigen Kollegen das Problem der EU-Überproduktion zu diskutieren


Rio 2016 - Warum müsst Ihr unter Olympia leiden? KINDERpressekonferenz im ZOOM Kindermuseum. Zwei Teenager aus Rio stellten sich den Fragen einer Wiener Schulklasse zu Menschenrechtsverletzungen im Schatten von Olympia in ihrer Heimatstadt Rio de Janeiro.


Die Zukunft nachhaltigen Waschens HAKA Kunz launcht das flüssige HAKA Feinwaschmittel pur - ein Förderprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)


Bauer sucht Hof - Bioboden verbindet Infoveranstaltung über die Arbeit der jungen BIOBODEN Genossenschaft am 31. Mai 2016 um 19 Uhr in der GLS Bank München


  neue Partner