Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
GREEN BRANDS European Business & Biodiversity Campaign  








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Essen & Trinken alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 06.03.2009
Nahrungsmittel der Zukunft: Algen und Quallen statt Fisch
Forscher denken über Alternativen am Lebensmittelsektor nach
Quallen als Nahrungsmittel der Zukunft? (Foto: G. Schoenemann/pixelio)
London (pte/06.03.2009/11:05) - Der drohende Kollaps der Fischerei wird für viele Menschen auf der Erde zu einem massiven Ernährungsproblem werden. Denn die Nachfrage nach Fisch, der für Millionen Menschen der wertvollste Proteinlieferant ist, steigt bei gleichzeitigem Rückgang der Bestände. Nun haben Forscher entdeckt, dass Quallen, Algen und Tintenfische einen Ersatz für die bisher bekannten Köstlichkeiten aus dem Meer bilden könnten, denn beide haben sehr günstige Kalorienwerte und zahlreiche lebenswichtige Spurenelemente.

Bei Untersuchungen vor der Küste Namibias hat das Wissenschaftsteam um Christopher Lynam von der britischen University St. Andrews festgestellt, dass die Biomasse an Quallen jene von Makrelen, Sardinen und Anchovis um das dreifache übersteigt. Solche Quallenblüten konnten Forscher auch in stark überfischten Regionen im Schwarzen Meer, im Mittelmeer und im Golf von Mexiko feststellen. Ein Grund dafür ist die Temperaturerwärmung und die große Zahl von Phytoplankton, das in den nährstoffreichen Gewässern üppig gedeiht. Daneben übernehmen in den zum Großteil überfischten Meeren auch die Tintenfische die Vorherrschaft. Diese Tiere profitieren von der Dezimierung ihrer Fressfeinde als auch von den Temperaturänderungen, vermuten die Forscher.

Tintenfische werden von der Fischereiindustrie bereits gejagt und ersetzen auch schon vielfach Fisch. Rein vom Nährwert haben Tintenfische ebenso hohe Eiweißwerte, sind fettarm und zudem eine gute Quelle für Zink, die Vitamine B2, B3 und B12 sowie die Spurenelementen Phosphor, Kupfer und Selen. Ihr einziger Nachteil ist der relativ hohe Cholesteringehalt. Was in den meisten Teilen der Welt noch nicht auf dem Speiseplan steht, sind Quallen. Sie sind im Vergleich zu Tintenfischen weniger schmackhaft. In China werden Quallen allerdings seit mehr als 1.000 Jahren in Salaten gegessen. Auf den Speisekarten Japans sind sie als Sushi bekannt und in Thailand werden sie mit Nudeln frittiert. Doch die Nährwerte der Quallen überzeugen: Niedriger Fettanteil, hohe Anteile von Kupfer, Eisen und Selen, allerdings auch nur etwa fünf Prozent Eiweiß. "Eine geschmackliche Sensation sind die Quallen nicht gerade", meint Kevin Raskoff vom kalifornischen Monterey Peninsula College im Wissenschaftsmagazin New Scientist. Zu einem Weltnahrungsmittel werde es kaum reichen, denn dazu sind die Nährwerte zu niedrig, meint der Forscher.

Eine weitere Möglichkeit wäre auch die Verwendung von Plankton als Nahrung. Ganz neu ist diese Idee auch nicht, denn bereits die Azteken haben aus getrockneten Algen - darunter wahrscheinlich Spirulina - eine Art Kuchen hergestellt. Nach Angaben der spanischen Eroberer war diese Mahlzeit sehr nahrhaft und schmeckte käsig. Ähnliche Nahrungsmittel werden auch heute noch in anderen Weltregionen wie etwa in Afrika gegessen. Auch marines Phytoplankton soll sehr nahrhaft sein, da es große Mengen an Omega-3-Fettsäuren und zahlreiche Mineralien enthält. Da solche Planktonblüten normalerweise nur aus einer Spezies bestehen, könnte es gefangen und dann verarbeitet werden. "Die Adaptierung eines Fischkutters als Planktontrawler ist allerdings fast unmöglich", meint der Planktonexperte Peter Franks von der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla. "Obwohl die Planktonblüte mit Mio. Zellen in einem Liter Wasser sehr dicht ist, reicht dies nicht einmal für einen Phytoplankton-Cracker." Probleme gebe es zudem mit der Vorhersage, wann eine solche Blüte einsetzt, und mit der Gewissheit darüber, dass der Fang nicht mit anderen giftigen Arten kontaminiert ist. Es sei klüger statt dem großen Aufwand Spinat zu züchten.

Obwohl die Variante mit den Tintenfischen am Papier günstig aussehe, könnte sie für die Fischindustrie sehr risikoreich werden. "Tintenfische treten bei günstigen Verhältnissen plötzlich und in großer Menge auf. Ändern sich die Lebensbedingungen, können ganze Populationen schnell verschwinden", so Franks. Zudem würden Fangquoten auch bei Tintenfischen zu ähnlichen Folgen führen wie bei Fisch. "Im Grunde genommen bleibt uns nur eine Option übrig. Und diese heißt: Nachhaltige Fischerei in Regionen, die für gewisse Perioden überhaupt nicht befischt werden dürfen, um den Fischen damit die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen", erklärt der Experte. (Ende)


Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-307

Diskussion

  Login


Anzeige
www.ECO-World.de

 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

21.06.2017
Industrie 4.0: Eine Gefahr für die Zukunft der Arbeit?


20.06.2017
Der Fund for Peace startet Einführung von The Bottom 100 zur Erinnerung an den Weltflüchtlingstag Die FFP Initiative Bottom 100 rückt jene Menschen in den Mittelpunkt, die am unteren Ende der globalen "Rich-List" stehen


ÖDP unterstützt die Kampagne #RotlichtAus "Prostitution und Menschenwürde sind nicht vereinbar!"


Trauer um Ibrahim Abouleish SEKEM-Gründer kurz nach seinem 80. Geburtstag verstorben


Sonnenschutz bewusst auswählen Die VERBRAUCHER INITIATIVE zum Tag des Sonnenschutzes


19.06.2017
Klimaschutz ist Meeresschutz Meeresumwelt-Symposium befasste sich mit aktuellen Problemen der Meeresumwelt


Der New Hand Shop - ein Marktplatz für kleine, aufstrebende und noch unbekannte Marken New Hand Shop bietet Street- & Sportswear sowie verschiedene Lifestyle Produkte von kleinen Brands an


Dieselfahrverbote in München Gesundheit der Menschen ist wichtiger als Schutz der Autos

Gute Verbraucherpolitik sieht anders aus! Gute Altersvorsorge im Dschungel undurchsichtiger, teurer Produkte kaum zu finden

  neue Partner