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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Bündnis 90/ Die Grünen Bundesvorstand, D-10115 Berlin
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 09.12.2008
Dioxin-Skandal: Bundesregierung muss Herstellernamen, Händler und Produkte bekanntgeben
Angesichts der Dioxinvergiftung bei irischen Schweinefleischwaren und eventuell auch bei Rindfleischprodukten erklärt Ulrike Höfken, ernährungspolitische Sprecherin:

Zum x-ten Mal finden sich Giftstoffe im Fleisch. Ursache sind immer wieder die Panschereien bei den Futtermitteln. Auch der aktuelle Dioxoin-Fall zeigt, dass nur ein Bruchteil davon überhaupt von den zuständigen deutschen Behörden entdeckt wird. Selbst bei 200-fachen Überschreitungen von Dioxinwerten gibt es keinerlei Meldung. Dabei muss man bei einer irischen Schweinefleisch-Exportquote von 60 Prozent davon ausgehen, dass ein Teil der vergifteten Fleischwaren, Schinken, Würste oder Tiefkühlpizzen seit Monaten direkt oder indirekt auf unseren Tellern gelandet sein könnte. Über 10.000 Tonnen Fleischprodukte sind in der vergangenen Zeit nach Deutschland importiert worden. Aber statt einer stringenten Kontrolle, öffnet die Bundesregierung aktuell neue Schleusentore für die Fleischmafia, indem sie sogar Tiermehl wieder verfüttern will.

Das neue Verbraucherinfomationsgesetz ist erwiesenermaßen untauglich. Die wochenlange Bearbeitungszeit und die Gebühren halten jeden davon ab, Auskunft über Mängel und Risiken bestimmter Firmen und Produkte zu verlangen. Es muss endlich Schluss sein mit der Deckung krimineller Machenschaften im In- und Ausland.

Wir fordern Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner auf:
  • umgehend Produkte, Hersteller, Händler bekanntzugeben und den Rückruf bundesweit durch Kontrollen sicherzustellen,
  • das Verbraucherinformationsgesetz schnellstens zu reformieren und damit die schwarzen Schafe tatsächlich aus den Markt zu drängen,
  • die Import-Kontrollen durch den Zoll endlich personell und technisch arbeitsfähig zu machen,
  • die überfällige Herkunftskennzeichnung (DDD) schleunigst umzusetzen und auf Schweinefleisch auszuweiten,
  • keine Öffnung der Futtermittel für risikoreiche Materialien wie Tiermehl zuzulassen.
Auf unsere Initiative hin wird sich der Bundestagsagrarausschuss auf seiner nächsten Sitzung mit den aktuellen Lebens- und Futtermittelskandalen befassen.

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