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Presse-Stelle:  Der Spatz - Alternativer Anzeiger für Bayern, D-80999 München
Rubrik:Haus & Garten    Datum: 02.10.2008
Alternative Energien statt Pullover
Umwelt schützen und dabei Heizkosten senken
Noch mitten im Sommer schlug die bevorstehende Winterkälte hohen Wellen. Denn die rasant steigenden Energiepreise werden vor allem in den Wintermonaten ein riesiges Loch in den Geldbeuteln vieler Bundesbürger reißen. Besonders betroffen sind dabei natürlich die ärmeren Bevölkerungsschichten. Doch während Sozialverbände und Gewerkschaften höhere Heizkostenzuschüssen für einkommensschwache Haushalte forderten, empfahl Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), sie sollten besser die Heizung runter drehen und dicke Pullover anziehen.

Laut Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind zwischen 2000 und 2007 die Preise für Gas um 62,4 Prozent, für Strom um 37,5 Prozent gestiegen, und Öl wurde seit 2004 um 45 Prozent teurer. Doch diese Durchschnittszahlen des Statistischen Bundesamtes verschleierten aber die wahre Preisexplosion der letzten Monate. "Wer Mitte Juli Erdöl einkaufen wollte, musste 44 Prozent mehr zahlen als noch Mitte Januar. Vor 18 Monaten musste nur etwa die Hälfte gezahlt werden. Die Preise stiegen seitdem um 99,5 Prozent." Auch die Gas- und Strompreise zogen seit Januar heftig an. "Kurzfristig benötigen deshalb Millionen Haushalte eine spürbare Entlastung bei den Energiekosten", so der Mieterbund und die Arbeiterwohlfahrt. "Insbesondere einkommensschwache Haushalte sind beispielsweise nicht in der Lage, aus eigener Kraft durch Anschaffung neuer, sparsamer Elektrogeräte oder durch Modernisierungen ihrer Wohnungen die Auswirkungen der Energiepreisexplosion abzufangen."

Mit Sonne und Erde heizen

Alternative Heizsysteme sind die vielleicht wichtigste Antwort auf steigende Energiepreise. Und sie helfen den Klimawandel abzuschwächen. Öl- und Gasbrennwertkessel beispielsweise sind deutlich effektiver als die herkömmlichen Öl- oder Gasbrenner. Denn Brennwertkessel nutzen den Brennstoff optimal aus, weil sie nicht nur der Flamme, sondern auch dem Wasserdampf des Abgases die Energie entziehen. Verglichen mit einem Niedertemperaturkessel aus den 1980er Jahren verbrauchen die Brennwertöfen rund 33 Prozent weniger Brennstoff. So dass sich die Mehrkosten für einen solchen Brennwertkessel gegenüber gebräuchlichen Niedertemperaturkesseln durch die eingesparten Brennstoffkosten rechnen. Moderne, kompakte Brennwertkessel lassen sich heute auch schon im Wohnbereich aufstellen, wenn kein Keller da ist.

Noch mehr Primärenergie lässt sich mit Hilfe der Sonne sparen - auch im Winter. Denn mit modernen Solarkollektoren kann man selbst mit der Wintersonne Wasser erwärmen und damit die Wohnung teilweise oder auch ganz beheizen. Diese thermischen Solaranlagen mit denen Wärme für Warmwasser und Heizung erzeugt wird, kann man als "Strahlungsfalle" ansehen. Sonnenlicht wird von schwarzen Flächen absorbiert und in Wärmestrahlung umgewandelt. Bei einem Flachkollektor wird die Wärmestrahlung durch ein oder zwei Glasscheiben an der Oberseite des Kollektors am Verlassen gehindert.

Die teureren Vakuumröhrenkollektoren haben einen höheren Wirkungsgrad als Flachkollektoren und erreichen höhere Temperaturen, da ihre besonderen Eigenschaften eine Nutzung von Streulicht erlauben. Damit kann man selbst im Winter die Wohnung erwärmen. Die heutigen Solarkollektorsysteme auf dem Dach lassen sich relativ problemlos mit anderen Heizsystemen kombinieren und ergänzen.

Wärme aus heimischen Wäldern

Ein sinnvolle Alternative zu den fossilen Energieträgern sowie zu den stark umstrittenen, aus den Tropenländern importierten Biotreibstoffen (Pflanzenöle und Biodiesel) sind Holzpellets aus heimischen Landen. Verfeuert in modernen Holzpelletkesseln erwärmen sie das Haus, ohne der Umwelt zu schaden und ohne den Geldbeutel während des Betriebs allzu stark zu belasten. Der Energiegehalt von zwei Kilo Holzpellets entspricht ungefähr dem von einem Liter Heizöl oder einem Kubikmeter Erdgas.

Wärmepumpe schnitt am besten ab

Ein Preisvergleich des konservativen Nachrichtenmagazins Fokus Online ergab im vergangenen Jahr, dass die alternativen Energien zum Heizen kostengünstiger sind als Öl und Gas. Vor allem die Wärmepumpen schnitten dabei positiv ab. "Der Kostenvergleich von FOCUS Online ergab: Sowohl beim Ersteinsatz im Neubau als auch bei einer notwendigen Modernisierung im Altbau schneidet die Wärmepumpe am besten ab. "Etwa 340 Euro pro Jahr könne man mit einer Wärmepumpe sparen gegenüber einer Gas-Brennwert-Therme."

Doch wie funktioniert eigentlich eine Wärmepumpe: Ganz einfach. Die Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme. Dies geschieht über Wärmetauschersysteme. Die Wärme wird innerhalb des Gerätes in einem so genannten Kältekreislauf auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und kann dadurch für Heizzwecke genutzt werden. Dabei erzeugt die Wärmepumpe konkret aus 25 Prozent zugeführter Energie 100 Prozent Heizleistung. Und die für diesen Kreisprozess nötige Wärme entzieht die Wärmepumpe beispielsweise dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Luft mit Hilfe von Kollektoren.

Holzpelletheizungen befeuert mit Holz aus heimischen Wäldern landeten beim FOCUS-Test übrigens auf Platz zwei. Das Problem der Holzpellets ist, dass sie wie Öl oder Gas in Konkurrenz zu einander Stehen. Steigt die Nachfrage, erhöht sich der Preis. Nicht so Solarenergie oder Erdwärme. Sonne und Erdwärme haben keinen Preis. Das gleiche gilt für gute Wärmedämmung. Ein sogenanntes Null-Energie-Haus beispielsweise kommt einfach durch eine intelligente Bauweise ohne Heizung aus.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle www.bafa.de fördert den Einbau von alternativen Heizsystemen wie Solaranlagen, Holzpelletheizungen und Wärmepumpen, weil deren Anschaffungskosten noch recht hoch sind. Die Förderung beträgt bei Wohngebäuden maximal 2000 Euro je Wohneinheit. Wird gleichzeitig eine geförderte Solarkollektoranlage errichtet, so kann zusammen mit dem Solarantrag ein Kombinationsbonus in Höhe von 750 Euro beantragt werden.

Norbert Suchanek




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