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Presse-Stelle:  Bündnis 90/ Die Grünen Bundesvorstand, D-10115 Berlin
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 25.08.2008
Grüne fordern Aktionsprogramm für Ökolandbau
Anlässlich der Vorstellung der Studie der Verbraucherorganisation foodwatch über den "Vergleich des Treibhauseffektes von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft in Deutschland" erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen:

Klimaschutz ist in aller Munde - denn auch was und wie wir essen, wirkt sich auf das Klima aus. Der Anteil der Landwirtschaft an den weltweiten Treibhausgasemissionen liegt bei 14 Prozent - das entspricht dem Anteil der Emissionen des Straßenverkehrs. Mit einer Umstellung auf Ökolandbau lassen sich 15 - 20 Prozent dieser Klimagase einsparen.

Ökolandbau muss konsequent gefördert werden. Seehofer und seine schwarz-rote Regierung stellen aber lieber auf stur und haben im vergangenem Jahr den Ökobauern 40% ihrer Förderung gestrichen. Trotz des Umsatzzuwachses in der Biobranche um 18 Prozent auf 5,45 Milliarden Euro, werden durch mangelnde politische Unterstützung die deutschen Bioprodukte knapp.

Stattdessen setzen Landwirtschaftsminister Seehofer und Forschungsministerin Schavan mit Millionen von Steuergeldern auf Agrogentechnik und klimaschädliche Agrarförderung. In der laufenden EU-Reformdiskussion ("Health Check") lehnt Seehofer die Steigerung von Umweltmaßnahmen in der Landwirtschaft vehement ab. Damit bleiben auch erhebliche Ertragspotenziale und Effektivitätssteigerungen, insbesondere in der ökologischen Tierhaltung, ungenutzt.

Minister Seehofer ignoriert komplett den Verbrauchertrend, wie die neueste Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gerade wieder dargelegt hat. Der Umsatzanteil von Bioprodukten an den gesamten Lebensmittelausgaben ist im ersten Halbjahr 2008 mit 3,2 Prozent mittlerweile doppelt so hoch wie 2004.

Und noch etwas bestätigt die Studie erneut: Der überhöhte Fleischkonsum der Deutschen ist nicht nur ungesund, sondern schädigt das Klima nachhaltig. Für den Export von Futtermitteln, vor allem Gensoja, wird der südamerikanische Regenwald geopfert.

Wir fordern die Bundesregierung auf,
  • die Ökolandbauförderung im Rahmen der europäischen Agrarpolitik und des "Health Checks" konsequent auszubauen,
  • die finanziellen Mittel für Ökolandbau-Forschung deutlich aufzustocken und
  • die ökologische Landwirtschaft vor Gentechnik zu schützen.
Wir brauchen eine zukunftsweisende, ökologische und faire Landwirtschaft, für die Bauern und die Verbraucher.

Ulrike Höfken ist Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.



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