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ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:
Dr. Franz Alt Journalist, D-76530 Baden-Baden
Rubrik:
Mobilität & Reisen
Datum:
20.07.2008
Autofahren ist heilbar
Nach der CSU verlangen jetzt auch SPD-Landesverbände, die alte Pendlerpauschale wieder einzuführen. Die populistische Forderung ist primitiver Stimmenfang und hilft niemand. Wieder einmal wird versucht, die Symptome einer falschen Verkehrspolitik zu kurieren anstatt die Krankheit zu heilen.
Die Krankheit heißt: Wir Deutschen fahren zu viele und zu große Autos. Das ist für den Geldbeutel genau so teuer wie für die Umwelt und unsere Gesundheit. 2007 starben auf deutschen Straßen nicht nur 5.000 Menschen, über 400.000 wurden verletzt und sind zum Teil ein Leben lang verkrüppelt. Öffentliche Verkehrsmittel sind 50-mal sicherer als das Auto.
Gegen Erdölverknappung, hohe Spritpreise und Klimazerstörung helfen keine Steuergeschenke, sondern eine intelligentere Mobilität mit mehr Bahnen und Bussen, mehr Fahrradverkehr und effizienteren Autos. Bei steigenden Benzinpreisen kommt es darauf an, ähnlich wie schon lange in der Schweiz endlich auch in Deutschland Verkehrspolitik statt Autopolitik zu machen. Und wie die japanischen Autobauer müssen auch die deutschen ihre längst vorhandenen effizienteren Technologien auf den Markt bringen.
Das Ein-Liter-Auto von VW zum Beispiel steht seit sechs Jahren im Museum anstatt dass es millionenfach auf unseren Straßen fährt. Selbst die Produktion des Drei-Liter-Autos hat VW wieder eingestellt. Allerdings: Wir, die Kunden, haben die Sparautos auch zu wenig nachgefragt. Das rächt sich jetzt.
Bei steigenden Verkehrskosten hilft nicht die Wiedereinführung der Pendlerpauschale, sondern der Bau von verkehrsarmen Siedlungsstrukturen und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Nur so kann bezahlbare Mobilität nachhaltig gesichert werden.
Mit ihrem Kampf für die Pendlerpauschale verraten CSU und SPD ihre eigenen Klimaschutzziele und gefährden Arbeitsplätze in der Autoindustrie. Wenn nämlich Autofahren wieder billiger wird, verschläft die hiesige Autoindustrie weiterhin notwendige Innovationen wie die Hybridtechnik und das Autofahren wird mit den alten Dreckschleudern noch teurer. Denn billiges Benzin gibt es nie wieder. Schon 2008 werden weltweit immer weniger große deutsche Autos verkauft, im Mai waren es 8% weniger und im Juni schon 11% weniger als noch ein Jahr zuvor. In Hamburg und München benutzen immer mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel und in Berlin hat sich die Zahl der Radfahrer in sechs Jahren verdoppelt. Sattelt die Räder, das heutige Auto ist ein Auslaufmodell.
Im heutigen Benzinauto werden nur 15 % der eingesetzten Energie in Mobilität umgesetzt, im Elektroauto der Zukunft werden es jedoch 97 % sein - das ist umweltfreundlicher und preiswerter. Nicht den alten, großen Benzinautos gehört die Zukunft, sondern kleineren Autos, sparsamen Elektroautos, einem attraktiven öffentlichen Verkehr und dem Farhrad. Das heutige Autofahren ist heilbar.
Quelle:
Franz Alt 2008
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