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Presse-Stelle:  Der Spatz - Alternativer Anzeiger für Bayern, D-80999 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 11.07.2008
Weder Fisch noch Fleisch
Vegetarisch leben
Seit ihrer Kindheit litt Marcia an Allergien. Dicke Pusteln im Gesicht, tränende Augen und fast ständig eine laufende Nase. Die Schulärzte verschrieben ihr dicke Packungen von Medikamenten, die mehr schlecht als recht die Symptome bekämpften. Eines Tages bekam sie den Tipp einen Homöopathen aufzusuchen, was sie auch tat. Ergebnis der Untersuchung: "Vergessen Sie die Medikamente", sagte er. "Ihre Allergieauslöser sind Milch- und Fleischprodukte. Und auch Weizenmehl sollten Sie meiden."

Seit diesem Tag ist Marcia Vegetarierin, und die allergischen Symptome treten zu 90 Prozent nicht mehr auf, selbst wenn sie ab und zu eine frische Weizensemmel ist. Die jahrelang verwendeten, teuren Schulmedizinischen Medikamente braucht sie nicht mehr. Allerdings ist Marcia kein richtiger Vegetarier, sondern "nur" Pesci-Vegetarier oder Pescetarier, was bedeutet, dass sie weiterhin Fisch ist.

Auch wenn man es nicht generalisieren darf, zeigt doch das Beispiel, dass die Umstellung vom Fleisch- und Milch auf rein pflanzliche Nahrungsmittel einen positiven Einfluss auf die persönliche Gesundheit haben kann. Voraussetzung ist, dass die Umstellung zum Vegetarismus eine Ganzheitliche ist, denn der "Verlust" wichtiger fleischlicher Nährstoffe ist durch entsprechende nichtfleischliche Nahrung auszugleichen.

Vegetarier mit und ohne Milch

Die Bezeichnung "Vegetarier" (im Englischen "vegetarian") wurde erstmal offiziell 1847 zum Gründungstreffen der Vegetarian Society of the United Kingdom verwendet. Davor nannte man Menschen, die auf Fleisch verzichteten "Pythagoreer". Heute sind Vegetarier - ist gleich Veganer - definiert als Mitmenschen, die keinerlei Fleisch- und Fischprodukte und auch keine Meeresfrüchte essen. Milch und ihre Folgeprodukte sowie Eier sind allerdings den Vegetariern erlaubt. Sie heißen dann "Ovo-Lakto-Vegetarier", während bei Lacto-Vegetariern Eier nicht mehr auf dem Speisezettel stehen. Fruiterianer wiederum essen nur Nahrung, die nicht durch den Tod der Pflanze erzeugt werden, also vor allem Früchte und Nüsse. Auf Karotten oder Salat beispielsweise verzichten sie.

Die Internationaler Vegetarier-Union (IVU) schreibt: "Veganismus kann als Lebensweise definiert werden, die versucht, soweit wie möglich und praktizierbar, alle Formen der Ausbeutung von Tieren und Grausamkeit gegen Tiere für Nahrung, Kleidung oder jeden anderen Zweck auszuschließen." Die Abscheu gegen die grausamen Praktiken bei Milchproduktion, Vieh- und Geflügelhaltung sei häufig Grund für den Wechsel zum Veganismus. Hierbei gilt es zu verdeutlichen, dass die industrielle Milcherzeugung in Massenställen ohne das Abschlachten von Kälbern nicht möglich ist. Denn jede Kuh, die dem Milchmarkt täglich im Schnitt etwa 20 bis 40 Liter Milch liefern soll, muss jedes Jahr zuvor ein Kalb auf die Welt bringen, was sie aber selbst nicht säugen darf!

Vegetarier führen ebenso ökologische Gründe zum Verzicht auf tierische Produkte an. So werde durch die Fleischerzeugung 10 bis 1000 Mal mehr Land-, Energie- und Wasser verbraucht als zur Produktion der gleichen Menge pflanzlicher Nahrung. "Die Fleischproduktion ist energetisch gesehen, die schlechteste Form der Bodenausnützung. Oder anders gesagt: Für die Produktion von wenig Fleisch wird sehr viel wertvolles Getreide, das den Menschen direkt ernähren könnte, an Schlachtvieh verfüttert", so der Vegetarierbund Deutschland (VEBU). "Darüber hinaus werden für die Produktion von nur einem Kilo Fleisch laut einer UNESCO-Studie bis zu 15.000 Liter Wasser benötigt."

Fleisch ist aber nicht gleich Fleisch

Diese Kritik am Fleischkonsum betrifft allerdings nur unser heutige industrialisierte und man muss sagen perverse Art der Fleisch- Milch- und Eiererzeugung in Massenställen und mit nicht Art gerechtem und meist aus Lateinamerika importiertem Sojaschrot. Schweine und Hühner beispielsweise ernährte man traditionell mit den im Haushalt anfallenden Speiseresten. Die restliche Nahrung suchten sie sich im Garten, Hof, auf der "Schweineweide" oder im Eichenwald. So trugen diese Haustiere tatsächlich in unseren mitteleuropäischen Gesellschaften zur gesunden Beseitigung oder Verarbeitung von Abfällen bei. Rinder, Schafe, Ziegen, Kamele wiederum haben ihren ökologischen Platz auf natürlichen, Arten reichen Weiden und Trockenwiesen, in Steppen und Savannen.

Auch wenn manche angeblichen "Naturschützer" nur Wälder oder Elefanten und Pandabären als schützenswert erachten, sind diese spärlich bis überhaupt nicht mit Bäumen bestandenen und seit Jahrhunderten bis Jahrtausenden zur Viehzucht genutzten Weidegebiete genauso ökologisch Wertvoll. Wer diese Flächen statt zur extensiven, gesunden Fleisch- und Milcherzeugung zur Anlage von Monokulturen benutzt, um sich "vegetarisch" zu ernähren, oder um aktuell "vegetarisch" (Biodiesel/Ethanol) Auto zu fahren, vernichtet real biologische Vielfalt, Tausende von Tierarten - und indigene Völker. Leider geschieht dies im extremen Ausmaß vor allem in den tropischen Regionen seit rund 40 Jahren. Schlimmer noch: Mit ihren Viehherden nomadisierende Völker und Bevölkerungsgruppen werden auf der einen Seite von angeblichen Naturschützern aus ihren nun als "Tierreservat" definierten Weidegebieten vertrieben, von Regierungen zur Sesshaftigkeit gedrängt und auf der anderen Seite vom brutal voranschreitenden, industriellen Ackerbau in die Zange genommen.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass Fleisch und Milch nur zwei Produkte der Viehzucht sind. Auch Leder, Felle und Wolle, wichtige Bekleidungsrohstoffe unserer Gesellschaft liefert die Viehzucht quasi als Nebenprodukt. Wer diese Stoffe durch zum Beispiel Baumwolle oder Erdöl-Kunststoffe ersetzen will, muss sich auch hier klar über die ökologischen Folgen sein. Der allergrößte Anteil der Baumwolle beispielsweise wird weiterhin mit hohen Pestizidgaben und großen Wasserverbräuchen produziert - man muss sich hier nur den durch Baumwollanbau regelrecht vernichteten Aralsee vor Augen halten!

Übrigens: Der laut Definition der Internationalen Vegetarier-Union (IVU) semi-vegetarische Autor - er isst weniger Fleisch als die Durchschnittspersonen - will mit diesem Text den Vegetarismus nicht kritisieren, sondern lediglich einen weiteren wichtigen Aspekt in die gerade wieder aktuelle Debatte über unseren Fleischkonsum bringen. Wer auf Fleisch, Milch, Wurst, Butter, Käse, Eier, Fisch und Garnelen aus der Massentierhaltung verzichtet, ist auf jeden Fall auf der richtigen Seite! Sich gesund ernähren und dabei Ökosysteme und Kulturlandschaften schützen sowie andere Kulturen respektieren, das sollte für alle gelten, egal ob Vegetarier oder Karnivore.

Weitere Infos:
www.vegetarier.net
www.ivu.org/german/faq/definitions.html
www.vebu.de/umwelt/oekologie


Vegetarische Ernährung und Osteoporose?

Der Calciumstoffwechsel ist sehr Komplex. Manche Nahrungsmittel enthalten viel Calcium andere weniger. Einige Nahrungsmittel blockieren die Calciumaufnahme andere fördern sie, wiederum andere Stoffe fördern die Calciumausscheidung. Deshalb kann man beispielsweise nicht sagen, dass allein das Trinken von mehr Milch vor "Knochenschwund" (Osteoporose) schützt. Aber ein Vitamin hilft auf jeden Fall: Das durch Sonnenlicht gebildete Vitamin D. "Die Calciumabsorbtion wird durch Vitamin D gesteigert. Außerdem fördert es den Einbau von Calcium in die Knochen", so der Arbeitskreis vegane ErnährungswissenschaftlerInnen der Universität Wien. Tierische Proteine allerdings steigerten die Calciumausscheidung. "Vor allem Proteine mit einem hohen Anteil an schwefelhaltigen Aminosäuren, wie sie besonders in Fleisch vorkommen, bilden im Stoffwechsel Säuren, die eine Entmineralisierung der Knochen auslösen." Das Verhältnis Protein zu Calcium ist nach Meinung der Wissenschaftler weitaus bedeutender als die Calciumzufuhr allein.
Pflanzliche Nahrungsmittel mit Calcium:
100 mg Calcium stecken beispielsweise in 15 g Sesamsamen (Tahin), in 20 g Tofu, in 42 g Mandeln, in 50 g Petersilie, in 144 g gekochten Sojabohnen, in 192 g Hafermehl, in 185 g Vollkornbrot.

Vegetarische Ernährung und Proteinmangel?

Die auch Eiweiße genannten Proteine sind wichtige Lebensgrundbausteine. Für die Bildung körpereigenen Eiweißes sind 20 verschiedene Aminosäuren nötig. Davon müssen 8 oder 9 mit der Nahrung aufgenommen werden. Alle anderen stellt der Körper selbst her. Pflanzen enthalten alle lebensnotwendigen Aminosäuren in unterschiedlichen Konzentrationen.

Eiweißreiche Lebensmittel sind u.a.: Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Soja), Nüsse (Walnuss, Haselnuss, Macadamia, Paranuss, Cashew) und Samen (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, Leinsamen), Vollkorngetreide (besonders Hafer) und Buchweizen.

Vegetarische Ernährung und Zinkmangel?

Zink kommt nicht nur im Rindfleisch vor. Auch Pflanzen enthalten das wichtige Mineral. Doch ist die Bioverfügbarkeit von Zink aus Pflanzen ist etwas niedriger, als aus Fleisch, so der Arbeitskreis vegane ErnährungswissenschaftlerInnen der Universität Wien. Untersuchungen zeigten aber, dass langjährige VegetarierInnen Zink aus vegetarischen Kostformen besser verwerteten als Nicht-VegetarierInnen, die die gleiche Nahrung erhielten.

Zinkreiche Lebensmittel sind: Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Nüsse. Besonders empfehlenswert ist echtes Sauerteigbrot aus Vollkorngetreide, da bei der Teigführung der Stoff Phytat teilweise abgebaut und die Bioverfügbarkeit von Zink dadurch erhöht wird.

Weitere Infos:
ave - arbeitskreis vegane ernährungswissenschafterInnen
www.univie.ac.at/ave


Norbert Suchanek



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