Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
GREEN BRANDS European Business & Biodiversity Campaign  








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Essen & Trinken alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 03.07.2008
Kollaps der weltweiten Fischerei
Experte: Beifang als massiv unterschätztes Problem
London/Wien (pte/03.07.2008/13:55) - Trotz internationaler Warnungen vieler Experten, geht der Raubbau in den Ozeanen der Welt weiter. Regierungen ignorieren das Problem in vielen Fällen. In einer nun bei BBC-Online erschienenen Studie, bedroht die immer größere Menge an Beifängen die Fauna der Weltmeere. Bei der Jagd auf manche Fischarten werden sogar 80 Prozent der gefangenen Fische als Beifänge tot ins Meer geworfen. Greenpeace oceans.greenpeace.org schätzt die jährliche Menge an Beifängen zwischen 6,8 und 27 Millionen Tonnen. Die unsichere Datenlage spiegle sich in den unterschiedlichen Angaben wider.

Wie massiv sich der Raubbau des Menschen in den Weltmeeren auswirkt, davon berichtet auch der Fischereiexperte am International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) www.iiasa.ac.at in Laxenburg, Ulf Dieckmann, im pressetext-Gespräch. "Eines der bekanntesten Beispiele des Raubbaus sind die Grand Banks vor der Küste Neufundlands", so Dieckmann. Dort ist der einst so berühmte Kabeljau-Bestand in einem dramatischen Kollaps vor 16 Jahren so stark zurückgegangen, dass eine kommerzielle Jagd nach dem beliebten Speisefisch seitdem verboten ist." Geirrt habe man sich mit der "naiven" Annahme, dass sich die Bestände nach drei bis vier Jahren erholen würden. "Mit dem nahezu völligen Verschwinden des Kabeljaus ist es auch zu Verschiebungen der Arten im Ökosystem gekommen."

Anders verhält es sich im Mittelmeer: Hier berichten Forscher wie Ricardo Aguilar von der Umweltgruppe Oceana www.oceana.org, dass das Verschwinden des Tunfisches für die Plage an Wirbellosen - darunter auch Quallen - verantwortlich ist. "Die meisten Wirbeltiere im Meer sind derart überfischt, dass die Populationen von Wirbellosen stark zunimmt." Auf den Grand Banks haben aus diesem Grund die Bestände an - teuer verkaufbaren - Krabben und Kammmuscheln stark zugenommen, wie Dieckmann berichtet. "Was hier für die Fischereiwirtschaft als Segen erscheint, ist ökologisch allerdings mehr als problematisch."

Innerhalb der EU gibt es keine einheitlichen Regelungen über den Beifang. "Geregelt ist allerdings, dass gewisse Fischarten - vor allem jene, die nicht befischt werden dürfen, auch nicht an Land gebracht werden dürfen. "Diese werden dann auf hoher See ins Meer gekippt." Tragisches Detail am Rande: Alle davon sind beim Fang bereits tot. Die Regelung, dass man gewisse Arten nicht "anlanden" dürfe, sei durchaus sinnvoll, meint Dieckmann. Allerdings fehle hier der zweite - viel wichtigere - Schritt: "Dieser müsste darin bestehen, von vorneherein die Menge des Beifangs so gering wie möglich zu halten und ihn bestenfalls ganz zu vermeiden." Dazu fehle allerdings unter den derzeitigen Bedingungen der finanzielle und wirtschaftliche Anreiz. "Bei manchen Fischarten ist es tatsächlich so, dass in den Netzen 80 Prozent Beifang landen."

Ein weiteres großes Problem für die weltweiten Fischbestände sind illegale Fänge: Der monetäre Wert der Fische, die durch illegale Fischerei aus den Gewässern entnommen werden, beläuft sich auf hochgerechnet 15 Mrd. Dollar. Allein für Afrika hat David Agnew vom Imperial College www3.imperial.ac.uk in London den entgangenen Verlust durch nicht verkaufte Lizenzen mit einer Mrd. Dollar jährlich beziffert. Die ökologischen Schäden liegen allerdings weit höher, wie die Experten meinen. "Illegale Fischerei gibt es in allen Fischereigebieten", meint Dieckmann. "Das ist wiederum häufig ein Problem der Beifänge, bei denen mehr oder weniger ungewollt Fischarten im Netz landen, die eigentlich nicht befischt werden dürften", meint Dieckmann. Illegaler Fischfang sei daher in vielen Bereichen an der Tagesordnung. (Ende)


Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-307

Diskussion

  Login


Anzeige
www.ECO-World.de

 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

25.08.2016
Discounter Aldi - einfaches Beispiel für Kundenorientierung im Einzelhandel Mit einer kleinen Maßnahme in der Kundenwahrnehmung viel erreichen


23.08.2016
Großdemonstrationen am 17. September in sieben Städten Mit sieben parallelen Großdemonstrationen will ein breites gesellschaftliches Bündnis den immer lauter werdenden Protest gegen die umstrittenen Handelsabkommen CETA und TTIP am 17. September bundesweit auf die Straße bringen.


Widerstand gegen TTIP und CETA: Leuchtturm zivilgesellschaftlicher Demokratie Die Menschen wollen nicht länger eine ungezügelte Globalisierung akzeptieren, die nur wenigen nutzt. Sie kämpfen darum, das Primat der Politik zurückzugewinnen.

Nicht auf die Größe kommt es an. So können Firmen nachhaltig erfolgreich sein! 7 Tage CSR vom Kleinsten gibt Anregungen für ein besseres Wirtschaften.


Nudging im Supermarkt - Kundenwahrnehmung im Einzelhandel Wie durch kleine Maßnahmen die Kundenorientierung optimiert werden kann


WWF, CDP und Ecofys starten offenen Scope 3 Good Practice Wettbewerb Ab heute sind Unternehmen aufgerufen, Beispiele für die "Gute Praxis des unternehmerischen Klimamanagements entlang der Wertschöpfungskette" einzureichen.


ÖDP fordert effektives Bekämpfen moderner Sklaverei Behrendt (ÖDP): "Beweispflicht umkehren!"


Bio ist nicht gleich Bio VERBRAUCHER INITIATIVE über unterschiedliche Biolabel


22.08.2016
Richtfest bei Riegel Bau der neuen Lagerhalle im Zeitplan


  neue Partner