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ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:
ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:
Umwelt & Naturschutz
Datum:
10.02.2008
Walfang Japan - Tierschützer kritisieren deutsche Bundesregierung
Radolfzell/Hagen - 10.02.08 - Nach den jüngsten Walfangaktivitäten der Japaner kritisieren die in der Vergangenheit durch viele spektakulären Walschutzaktionen bekannt gewordenen Walschützer Andreas Morlok und Jürgen Ortmüller (Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF) die jüngste Äußerung eines Vertreters der Bundesregierung als zynisch und unglaubwürdig. Agrarstaatsekretär Gerd Lindemann kritisierte den Walfang durch die Japaner als "Das ist für Deutschland nicht akzeptabel." Japan dürfe nicht mit der Behauptung, dies sei wissenschaftlicher Walfang, ökonomische Interessen durchsetzen und den Walfang wie vor dem internationalen Moratorium ungeschmälert fortsetzen, meint Lindemann.
Über eine solche Äußerung schütteln die Tierschützer nur den Kopf, denn es mag den Anschein erwecken, die Bundesregierung verurteile den Walfang aufs Schärfste und setze sich angeblich für den Schutz der Meeressäuger ein. Dennoch beurteilen die beiden Walschützer dieses Statement als völlig unglaubwürdig. Andreas Morlok: "Ein Land wie Deutschland, das akzeptiert, selbst Cetaceen, also Delfine, wie Große Tümmler, Sotalias oder gar einen Beluga/Weißwal, zu importieren, ist mit solchen Äußerungen nicht sehr glaubwürdig, denn man beteiligt sich ja selbst an der Ausplünderung der Meere. Nach Deutschland werden nicht nur Vorerwerbsexemplare aus anderen Delfinarien verschleppt, sondern auch Tiere, welche aus der freien Wildbahn stammen.
Es ist heuchlerisch den japanischen Walfängern ökonomische Ziele vorzuwerfen, denn die nach Deutschland importierten Meeressäuger werden allesamt ebenfalls für kommerzielle Zwecke missbraucht. Es ist skandalös, dass die Bundesregierung bisher noch kein Importverbot für Meeressäuger beschlossen hat, obwohl sich die Parteien DIE LINKE und BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, sowie große Teile der Bevölkerung und die Tierschutzorganisationen mit mehr als einer Million Mitgliedern gegen die Haltung von Meeressäugern in Delfinarien ausgesprochen haben. Auch Mechthild Rawert von der Bundes-SPD hatte sich bereits im Dezember kritisch zu der Zurückhaltung der Bundesrepublik gegenüber dem japanischen Walfang geäußert.
Die beiden Walschützer Morlok und Ortmüller, welche auch schon mehrere Tagungen der Internationalen Walfang Kommission (IWC) vor Ort beiwohnten, haben erkannt, dass diese Kommission nicht in der Lage ist, die Wale vor den vielen Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, zu schützen. Andreas Morlok: "Schon seit Jahren erhalten wir immer die gleichen und nicht wahrheitsgemäßen Standardantwortschreiben von den japanischen Behörden. Auf einen Dialog legen diese Leute keinen Wert, was sich bei einem Besuch von Jürgen Ortmüller vom WDSF bei der japanischen Botschaft in Berlin letztes Jahr wieder bestätigte. Wir denken, wenn die schon nicht mit uns reden wollen, dann müssten sie eine andere Sprache verstehen. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen weltweiten Boykottaufruf gegenüber japanischen Produkten und Dienstleistungen zu starten. Unseren Boykottaufruf werden wir in mehreren Sprachen verfassen und Dank unserer umfangreichen Kontakte im In- und Ausland, nicht nur weit verbreiten, sondern mit dieser Hilfe auch umsetzen."
"Wir werden die größten Importfirmen aus Japan wie Hitachi, Mitsubishi, Toshiba, Sanyo, Sharp, Sony usw. auffordern, sich von dem heimischen Walfang zu distanzieren. Sollte diese Aufforderung unbeantwortet bleiben, werden wir auf unserer Internetseite eine detaillierte Liste der entsprechenden Firmen veröffentlichen und zum gezielten Boykott aufrufen", so der WDSF-Vorsitzende Jürgen Ortmüller.
Andreas Morlok: "Ich würde mir wünschen, dass die Bundesregierung zuerst ihre eigenen Hausaufgaben macht. Dazu gehört nicht nur ein ausnahmsloses Importverbot von Meeressäugetieren, sondern auch ein sorgsamerer Umgang mit den bedrohten Schweinswalen. Unbedachte Sprengungen von Munition aus dem 2. Weltkrieg und der Bau von riesigen Wind-Energie-Parks in der Nord- und Ostsee dürfen nicht dazu beitragen, diese letzte einheimische Walart aus unseren Küstenregionen zu vertreiben. Erst dann kann Deutschland ebenfalls eine glaubwürdige und seriöse Rolle in Sachen Walschutz übernehmen, wie es Australien und Neuseeland bereits schon vormachen."
Textquelle für die Äußerungen von Herrn Lindemann:
www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Walfang
;art1117,2472606
Aktuelle PE - WDSF:
General-Boykott gegen Walfangländer Japan und Norwegen von WDSF gefordert / Walschützer wollen erneut japanische Walfangflotte stören
www.openpr.de/news/187352.html
Kontaktdaten:
Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)
Jürgen Ortmüller
Vorsitzender
Möllerstr 19
58119 Hagen
www.wdsf.de
wds-forum@t-online.de
Tel.: 02334/9190-22
Fax.: 02334/9190-19
mobil: 0172/876 2002
Andreas Morlok
Delfin- & Walschützer
Buchautor
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D-78315 Radolfzell
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