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Presse-Stelle:  Der Spatz - Alternativer Anzeiger für Bayern, D-80999 München
Rubrik:Geld & Investment    Datum: 08.12.2004
Geld sinnvoll investieren
Der Umwelt und den Arbeitsplätzen zu liebe: Weg vom Erdöl- und Weltmarkt
Trotz über vier Millionen Arbeitsloser, trotz rund drei Millionen Sozialhilfeempfängern: Ein Großteil der Deutschen hat keinen Grund zum Jammern und verfügt über genügend Finanzmittel, um diese sinnvoll zu investieren. Allen voran die rund 756.000 Euro-Millionäre in deutschen Landen. Sie allein verfügen über ein Kapital von zusammen weit über 800 Milliarden Euro. Doch wem soll man bloß sein Geld geben, damit es sich nicht nur vermehrt, sondern auch "Sinn" stiften oder "Gutes" tun kann?

Oder ist vielleicht schon die Annahme, dass sich Geld vermehren muss, der falsche Ansatz? Sollten nicht die Schaffung von ökologisch nachhaltigen Arbeitsplätzen und die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen im Vordergrund stehen? Ist das nicht Profit genug, wenn man sowieso schon Geld genug hat?

Investitionen in Entwicklung und Ausbau der Erneuerbaren Energien kann man jedenfalls nicht den ökologischen Ansatz absprechen. Schließlich geht es doch darum, endlich die Fossilen Energieträger wie Erdöl, Kohle und Erdgas und natürlich die Atomenergie loszuwerden und stattdessen "Sonne", "Wind" oder "Biomasse" zu tanken.

Doch blauäugig sollte man nicht sein Geld anlegen. Denn es gibt viele Möglichkeiten in Erneuerbaren Energien und vor allem in Windenergie zu investieren - und teilweise auch sein Geld zu verlieren. Man kann zum Beispiel Aktien eines Herstellers von Windkraftwerken kaufen. Aktien gibt es ebenso von einigen Unternehmen, die Windparks projektieren. Eigentlich scheint dies eine sichere Anlage, schließlich werden weltweit Windkraftprojekte realisiert, und ein Ende ist nicht abzusehen. Deshalb müssten die Hersteller der Kraftwerke und ebenso die Projektierer ganz gut dastehen. Aber auch Firmenmanager können Fehler machen und damit die Aktie in den Keller fahren. Als jüngstes Negativbeispiel führen die Finanzmedien das Windkraftunternehmen Plambeck an. Der Projektierer von Windparks meldete einen Rekordverlust für das erste Halbjahr von 141,5 Millionen Euro - bei einem Börsenwert von nur rund 11 Millionen Euro. Und das Windunternehmen Umweltkontor hat vergangenen September sogar Insolvenz angemeldet.

Windernte ist langfristig sichere Ernte

Die dritte Möglichkeit in Wind zu investieren ist die direkte Beteiligung an einem Windenergieprojekt. Hierbei ist der Anleger an der "Windernte", sprich an den Gewinnen beteiligt, die der erzeugte und ins Netz eingespeiste Windstrom verdient. "Das ist eine langfristige Geldanlage, von 20 Jahren oder länger", so Roger Lutgen vom Unternehmen Windwärts, das bereits rund 50 Windenergieanlagen realisiert hat. Zwar sei der Stromabnahmepreis durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 20 Jahre garantiert, doch müsse man mit Schwankungen in der Energieausbeute rechnen. Der Wind wehe halt nicht jedes Jahr gleich. "Das ist wie in der Landwirtschaft", so Lutgen, "in dem einen Jahr fällt die Ernte höher aus, im nächsten niedriger. Aber über mehrere Jahre hinweg gesehen gleicht sich das aus."

Vom Chiemgauer bis zum Sterntaler

Damit das dank der Windernte verdiente Geld nicht wieder im Weltmarkt verschwindet und die falschen Projekte und Konzerne finanziert, sollte man es möglichst in seiner Heimatregion und für Produkte aus der Region ausgeben. Das haben immer mehr Menschen rund um den Globus begriffen, auch in Bayern. Das so genannte Regiogeld, das deutschlandweit im Aufwind ist, hilft hierbei.

Hauptziel einer solchen Regionalwährung ist die Förderung der regionalen Wirtschaft und Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen in der Region durch den Verbleib von Wertschöpfung und Überschüssen in der Region. Regiogeld steht für: Global denken, lokal handeln und die Kaufkraft regional zirkulieren lassen, damit sie nicht von Konzernmanagern und anonymen Shareholdern abgeschöpft wird.

Das jüngste Regiogeld ist der "Sterntaler" im Berchtesgadener Land. Er ist in Deutschland nach der "Bethel-Währung", dem Bremer "Roland", dem Traunsteiner "Chiemgauer" und dem friesischen "Kann-Was" die fünfte existierende Regionalwährung. Weitere 16 Regiogeld-Projekte sind in Planung. Bald wird es in Bayern noch den Allgäu-Thaler, den Mangfallgauer oder den Hallertauer geben, wenn sie nicht sogar schon auf den Weg gebracht sind. Das in diesem Jahr geschlossene Regio-Netzwerk hilft bei der Gründung von solchen Initiativen. Menschen, die in ihrer Region ein Regiogeld auf den Weg bringen möchte, können sich an den Koordinator des Regio-Netzwerks, Klaus Starke, wenden.

Norbert Suchanek

Weitere Informationen:

STAR - Sterntaler und Talente Austausch Ring e.V.
D-83404 Ainring
E-Mail: info@star-mach-mit.com
www.star-mach-mit.com

Chiemgauer Regional Verein für regionales Wirtschaften e.V.
Bernauerstr. 43
D-83209 Prien a. Chiemsee
E-Mail: service@chiemgauer-regional.de
www.chiemgauer-regional.de

Allgäu-Thaler e.V. (in Gründung)
Bregenzerstr. 67
D-88131 Lindau
E-Mail: elvira.floegel@t-online.de
www.allgaeu-thaler.info

Oberland Regional, Verein für nachhaltige Wirtschaftskreisläufe
D-82515 Wolfratshausen
E-Mail: rolf_merten@yahoo.de

Mangfallgauer e.V.
D-83043 Bad Aibling
E-Mail: info@mangfallgauer.de

HALLERTAUER REGIOnal - Verein für nachhaltiges Wirtschaften
Türltorstrasse 26
D-85276 Pfaffenhofen a. d. Ilm
E-Mail: hallertauer@pfaffenhofen.de
www.hallertauer-regional.de

Regio-Netzwerk
Tel: 09082 96 70 37
klaus.starke@klaus-starke.de
www.regiogeld.de

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