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Bitterfeld wird zum Exportmotor
Wie erneuerbare Energien die deutsche Wirtschaft in Schwung bringen
Landkreis Bitterfeld - ein Gegend, die für viele gleichbedeutend mit Industriebranchen, durch Altlasten verseuchte Gewässer und wenig Perspektive steht. Doch wer so denkt, liegt falsch. Nicht nur die Natur in und um Bitterfeld hat sich gemausert und gilt für viele in der Region als Naherholungsgebiet. Der kleine Ort Thalheim, gleich neben Bitterfeld ist heute High-Tech-Standort der deutschen Solarindustrie. In den letzten Jahren sind hier über 500 neue Arbeitsplätze in der Herstellung hochwertiger Solarzellen entstanden. Solarunternehmen aus Deutschland, den USA und Australien bauen in Thalheim massiv Produktionskapazitäten auf - die Arbeitnehmerzahl wird sich in Kürze nochmals rund verdoppeln. Genauso wie in Bitterfeld entwickeln sich Sonne, Wind und andere erneuerbare Energien zunehmend zum Jobmotor in Deutschland.

Bereits heute arbeiten in den Branchen der erneuerbaren Energien im Inland 130.000 Arbeitskräfte. Das sind mehr Jobs, als die deutsche Stein- und Braunkohle sowie Atombranche zusammen auf die Waage bringen. Gemeinsam mit dem Generaldirektor der Vereinten Nationen, Klaus Töpfer und Bundesumweltminister Jürgen Trittin wurden kürzlich mit der sogenannten "Essener Deklaration" die Wachstumsziele der Branche vorgestellt. Demnach werden in 15 Jahren über eine halbe Million Menschen in Deutschland Arbeit in den Bereichen Windkraft, Solarenergie, Geothermie, Bioenergie und Wasserkraft finden. Viele dieser Arbeitsplätze werden wie schon heute in strukturschwachen und ländlichen Gegenden entstehen. So stammen über zwei Drittel der in Thalheim bei dem Solarproduzenten Q-Cells AG angestellten Mitarbeiter aus der Region. Landwirtschaftliche Betriebe können sich durch den Verkauf des auf dem eigenen Hof mittels einer Biogasanlage produzierten Stroms die eigene Existenz sichern. Montage- und Wartungsunternehmen für Solar- und Bioenergieanlagen siedeln sich im Umkreis der Anlagen an. Dabei kann insbesondere die Windenergiebranche bereits heute ein massives Jobwachstum vorweisen. Waren nach Angaben des Bundesverbandes WindEnergie e.V. im Jahr 1990 erst weniger als 1.500 Menschen in der Herstellung und dem Betrieb von Windenergieanlagen in Deutschland beschäftigt, sind es in 2005 bereits über 64.000 Mitarbeiter. Die deutsche Solarbranche hat ähnliche Zahlen vorzuweisen: durch rasant wachsende Unternehmen wie dem in Bitterfeld hat sie die Anzahl ihrer Beschäftigen auf mittlerweile 30.000 steigern können.

Das Branchenwachstum und die parallel wachsende hohe Kompetenz dieser im Inland ansässigen umweltfreundlichen Energieunternehmen schafft dabei auch Arbeitsplätze in überraschenden Nischen. So hat die Solarpraxis AG, ein Berliner Fachverlag mit Büchern aus dem Bereich Solar- und Heiztechnik, kürzlich seinen neuen Solartechnik-Ratgeber vorgestellt: in türkischer Sprache. Das Berliner Unternehmen exportiert nahezu die gesamte Auflage ins Ausland, wo das Wissen der deutschen Fachautoren von Handwerkern und Planern geschätzt wird. Natürlich hat der Verlag auch zahlreiche deutsche Titel im Angebot. Doch die auf regenerative Energien spezialisierten inländischen Unternehmen wachsen und drängen ins Ausland. Waren es im Jahr 2000 rund 50 Prozent der im Inland produzierten Windkraftanlagen, welche ins Ausland gingen, sind es heute bereits über 70 Prozent. Die Hersteller und Zulieferer der Windbranche wollen ihren Exportumsatz nun bis zum Jahr 2020 von aktuell rund 2,5 Milliarden Euro auf dann 6,4 Milliarden Euro steigern.
(Transparente Sunways-Solarzellen: Das Rathaus in Giebelstadt; Sunways AG)

Basis für dieses rasante Wachstum und die damit stetig verbesserte internationale Wettbewerbsfähigkeit ist der Inlandsmarkt. Weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen diesen wachsenden Unternehmen im Inland Investitionssicherheit geben, können sie durch Steigerung der produzierten Stückzahlen die Kosten senken und massiv in Forschung und Entwicklung investieren. Grundstein dieser Entwicklung ist das nach dem Regierungswechsel im Jahr 1999 eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz Es gewährt den Produzenten von Ökostrom gesicherte Einspeisevergütungen. Denn der mit Wind-, Wasser-, Sonnen- und Bioenergie produzierte Strom wird fast immer ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Wobei genau diese Einspeisung den großen Stromkonzernen ein Dorn im Auge ist. Denn: je mehr Strom aus den regenerativen Energiequellen gewonnen wird, desto weniger Strom wird aus Kohle-, Atom oder Gaskraftwerken benötigt. Und die Verschiebungen sind immens: mittlerweile wird rund jede zehnte in Deutschland produzierte Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen.

Die großen Stromkonzerne haben daher meist keine wohlwollenden Worte für die umweltfreundliche Konkurrenz übrig und versuchen zum Beispiel steigende Strompreise mit den im gesetzlich festgelegten Einspeisevergütungen zu begründen und damit dem Image der Branche zu schaden. Die Wahrheit sieht laut Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. anders aus: "Die Ökostromerzeugung in Deutschland führt im Jahr 2005 nicht zu Strompreiserhöhungen. Energieversorger, die Preiserhöhungen dennoch mit der Einspeisung Erneuerbarer Energien begründen, lenken nur von anderen Motiven wie der aktuellen Steigerung ihrer Unternehmensgewinne ab" protestiert er gegen die plakativen Anschuldigungen des Verbandes der deutschen Elektrizitätswirtschaft, in welchem die konventionellen Stromkonzerne organisiert sind. Insgesamt sind es aktuell rund ein halber Cent, welcher auf die Stromverbraucher pro Kilowattstunde Strom umgelegt wird. Bei einem Strompreis von aktuell rund 18 Cent ein eher geringer Anteil. Überhaupt wenn man bedenkt, dass steigende Beschaffungskosten für Kohle oder Gas viel weitreichendere Auswirkungen auf die Preise haben dürften und im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt ist, dass die Vergütungssätze pro eingespeister Kilowattstunde Ökostrom jährlich um mindestens fünf Prozent fallen werden. Subventionen wie die über 40 Milliarden Euro, welche bis zum Jahr 2000 in die Kernenergie geflossen sind, kann sich der Staat in der Zukunft dann ebenfalls ersparen.
(Bauernhof in Amberg; SunTechnics)

Eine zunehmende Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen wird zudem deutliche Gewinne für den Umweltschutz mit sich bringen. Dass Windkrafträder nicht wie von interessierten Kreisen vielfach behauptet, eine Gefahr für Vögel sind, gilt mittlerweile als erwiesen. Dies ergab eine Zusammenfassung von 127 Studien der letzten Jahre, die der Naturschutzverband NABU, das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz kürzlich veröffentlicht haben. "Windenergieanlagen haben praktisch keine Auswirkungen auf die Bestandsentwicklung von Vögeln, wenn sie umsichtig aufgestellt werden" zeigt sich Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbands WindEnergie, beruhigt aufgrund der Ergebnisse der Studien. Neben quasi nicht vorhandenen Gefahren für die Natur haben erneuerbare Energien den Vorteil der klimafreundlichen Energieproduktion. Nach aktuellen Prognosen wird sich durch den Ausbau dieser Schlüsseltechnologien der nationale Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxyd in fünfzehn Jahren um 270 Millionen Tonnen jährlich reduzieren. Als zukunftsträchtiger Nebeneffekt spart die deutsche Volkswirtschaft und damit die gesamte Bevölkerung dann jährlich Importkosten für Öl, Gas und Kohle von rund 20 Milliarden Euro. Statt immense Mengen Brennstoffe wie in den vergangenen Jahrzehnten mit Devisen auf dem Weltmarkt einkaufen zu müssen, werden die Unternehmen der Erneuerbaren Energien Branche zunehmend zum Exportmotor für die deutsche Wirtschaft. Dieser startet aktuell nicht nur in Bitterfeld.
(Transparente Solarzellen erfüllen gleichzeitig die Anforderungen Transparenz, Energieerzeugung und Abschattung: Von außen betrachtet wirken die Zellen als einseitiger Sicht- und Sonnenschutz, von innen ermöglichen sie eine fast ungehinderte Durchsicht nach außen. Hier: Parkhaus Bahnstadt P7 in Ravensburg; Sunways)


(Bernd Schüßler, freier Journalist aus Berlin)

Weitere Infos finden sich unter:

www.unendlich-viel-energie.de
www.solarfoerderung.de
www.waerme-von-der-sonne.de
www.wind-energie.de
www.biogas.org



 
 
 
 
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