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Who made my clothes?
Fashion Revolution Day am 24. April 2015
Zeigt her Eure Etiketten! Am 24. April findet weltweit der zweite Fashion Revolution Day statt, der an die über 1.100 Todesopfer des tragischen Einsturzes der Textilfabrik Rana Plaza erinnert.

Bangladesch, China, Indien? Zum Fashion Revolution Day am 24. April 2015 werden zum zweiten Mal die sozialen Netzwerke voller Fotos von Menschen sein, die ihre Kleidung auf links tragen und so das Label "Made in..." zeigen. Menschen aus über 66 Ländern beteiligen sich mit Events, Flashmobs, Workshops und einer weltweiten Selfie-Kampagne. Mit prominenter Unterstützung von Musiker Thomas D und den Designerinnen Anja und Sandra Umann von Umasan stellen sie alle den Modemarken die gleiche Frage: "Who made my clothes?"

Who made my clothes? © Annett Borg
Wo kommt eigentlich mein neues T-Shirt her und wer hat es gemacht? Das sollte man sich öfter fragen. Denn jedes neu gekaufte Kleidungsstück hat einen langen Weg hinter sich und seine ganz eigene Geschichte. "Who made my clothes?" - unter diesem Motto sollen genau diese Geschichten am Fashion Revolution Day erzählt werden. Mit weltweiten Events, Flashmobs und Workshops sowie einer Selfie- Kampagne mit auf links gedrehter Kleidung in den sozialen Netzwerken fordert der Gedenktag mehr Transparenz in der globalen Lieferkette der Textilindustrie.

Denn der Aktionstag hat einen traurigen Ursprung: Am 24. April 2015 jährt sich zum zweiten Mal der Zusammensturz der Rana Plaza Textilfabrik in Dhaka, Bangladesch. Ein Unglück, das über 1.100 Menschenleben forderte, mehr als 2.200 ArbeiterInnen wurden schwer verletzt. Weltweit arbeitet jeder sechste Mensch in der Lieferkette der globalen Modeindustrie - und auch zwei Jahre nach dem Unglück in Bangladesch tun es viele von ihnen immer noch unter katastrophalen Umständen.

Mehr Transparenz muss her
Genau darauf will der Fashion Revolution Day die Aufmerksamkeit der Konsumenten lenken. "Durch den Fashion Revolution Day können Menschen weltweit zeigen, dass ihnen die teilweise unmenschlichen Arbeitsbedingungen in der Textilbranche nicht egal sind. Rana Plaza hat vielen klar gemacht, wie schlimm die Zustände in manchen Ländern immer noch sind. Jetzt können wir zusammen etwas erreichen und eine transparentere Lieferkette fordern", erklärt Annett Borg, Koordinatorin des Fashion Revolution Day Deutschland.

Musiker Thomas D, ein Viertel der Fantastischen Vier, sieht das ähnlich: "Uns muss klar sein, was hinter der Produktion von einem einzigen Kleidungsstück, das wir tragen, steckt - eine Reise, eine Geschichte und vor allem Menschen. Wer sind diese Menschen, wer hat unsere Kleidung gemacht? Der Fashion Revolution Day ist die ideale Gelegenheit, um mal in den eigenen Kleiderschrank zu schauen und nachzufragen!"

Selfie posten und mitmachen!
Eine Online Aktion begleitet den Fashion Revolution Day in der virtuellen Welt. In den sozialen Netzwerken kann jeder eine Antwort auf sein ganz persönliches "Who made my clothes?" fordern. So einfach geht's: einfach die eigene Kleidung auf links krempeln, ein Foto machen, in das soziale Netzwerk seiner Wahl hochladen und natürlich den passenden Hashtag nicht vergessen. Mit den Schlagwörtern #FashRev und #whomademyclothes kann jeder sein Bild markieren und sich durch die Selfies anderer Teilnehmer klicken. Die Modelabels, die das jeweilige Kleidungsstück hergestellt haben, können auf diese Art auch direkt adressiert werden: einfach "Who made my clothes?" und @"Name des Labels" zum Foto hinzufügen. Vielleicht antworten Zara, H&M, Primark und Co. ja...

Nicht nur die Verbraucher können sich aktiv am Fashion Revolution Day beteiligen - auch Designer, Einzelhändler und Produzenten sind dazu aufgefordert, sich auf kreative Weise an dem Aktionstag zu beteiligen und mit spannenden Ideen auf die Missstände in der Textilindustrie hinzuweisen. Die Art der Umsetzung steht dabei jedem offen: Von einer passenden Schaufensterdekoration bis zu einem auf links gedrehtem Sortiment sind für die Teilnehmer alle Möglichkeiten offen. Designer und Produzenten können zudem auch über soziale Netzwerke aktiv werden, und zwar mit einer einfachen Antwort - "I made your clothes". Ein Bild oder ein kurzer Text zeigen den Verbrauchern dann, wer hinter der Produktion der Kleidungsstücke steckt.

Gesprächsrunden, Kleidertauschpartys und vieles mehr
Nach der großen Teilnehmerzahl im vergangenen Jahr haben auch für diesen April bereits wieder viele Shops ihre Teilnahme zugesagt, in Deutschland zum Beispiel der LNFA Concept Store in der Shopping Mall Bikini Berlin. Eine Diskussionsrunde thematisiert am 24. April 2015 ab 17 Uhr nachhaltige Konzepte in der Modebranche. Gäste sind unter anderem Gründerin Sevil Uguz, die die LNFA Jungdesigner Plattform präsentieren wird, Magdalena Schaffrin, Creative Director der grünen Modemesse Greenshowroom, die einen Überblick über die Do's und Dont's für nachhaltige Markenpositionierung in der Textilbranche gibt, und Lizzie Delfs von der Esmod Berlin Internationale Kunsthochschule für Mode, die einen Einblick in den Studiengang "Sustainability in Fashion" bietet. Für alle, die mehr über den Fashion Revolution Day erfahren wollen, stellt Deutschland- Koordinatorin Annett Borg die weltweite Initiative detailliert vor.

Weiter geht's bei der Kleidertauschparty im 25 Hours Hotel: Ab 20 Uhr können Gäste Kleidung mitbringen, die ihnen nicht mehr passt oder gefällt - und statt sie zu entsorgen, gegen die Kleidung von anderen eintauschen. Zudem gibt es einen InsideOut Photobooth und einen Upcycling Workshop, bei dem Modedesign-StudentInnen Tipps zum Aufhübschen alter Kleidung geben und sie durch kreativen Input wieder tragbar machen.

Ein weiteres spannendes Projekt, dass die für viele völlig normalen Schleuderpreise bei Textil-Discountern in den Fokus rückt, heißt "Would you buy it?". Der Hintergrund ist einfach: Kaufen Verbraucher auch billige Kleidung, wenn ihnen klar gemacht wird, unter welchen Bedingungen sie produziert wurde? Ein Automat auf dem Alexanderplatz in Berlin verkauft zu diesem Zweck T-Shirts für 2 Euro. Sobald jemand Geld in den Automaten wirft, wird auf einem eingebauten Bildschirm gezeigt, wie das T-Shirt entstanden ist - daraufhin wird erneut gefragt, ob man das Stück kaufen möchte. Eine versteckte Kamera filmt die Reaktionen der möglichen Käufer, die später von der Agentur BBDO Berlin in einer Dokumentation zusammengefasst werden.

Hintergrund
Der Fashion Revolution Day wurde von Carry Somers ins Leben gerufen, Pionierin der Fair Trade Bewegung und Gründerin des Hut-Labels Pachacuti. Mit einem internationalen Koordinationsteam bestehend aus Designern, Pressevertretern, Aktivisten und Akademikern aus der Modebranche und darüber hinaus bildet der Fashion Revolution Day eine Bewegung, die den öffentlichen Dialog sucht, um neue Lösungsansätze zu diskutieren und einen Wandel in der Textilindustrie hervorzurufen. In bisher 66 Ländern haben sich Vertreter zu diesem Zweck zusammengefunden. Koordinatorin für Deutschland ist Annett Borg. Sie bildet gemeinsam mit dem Team des Upcycling Fashion Stores, Kirsten Brodde (Greenpeace Detox, kirstenbrodde.de), Magdalena Schaffrin und Hannah Ringwald (Greenshowroom), Johanna Balzer (jovoo.de) und Max Gilgenmann (Ethical Fashion Show Berlin) das Komitee zur Organisation des Fashion Revolution Day Deutschland.

 
 
 
 
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